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PRESSEMITTEILUNG
Blutzuckerwert im Gleichgewicht?
--Diabetiker können Folgeerkrankungen vorbeugen--
Neckargemünd, September 2003 - Bei einem gesunden Menschen funktioniert es ganz automatisch. Der Diabetiker muss nachhelfen: Balance halten zwischen Blutzucker und Insulin.
Blutzucker und Insulin: gestörtes Gleichgewicht Beim Diabetiker ist dieses Gleichgewicht gestört. Es wird kein oder zu wenig Insulin gebildet. Dieses wichtige körpereigene Hormon ist für den Transport von Zucker aus dem Blut in die Zellen verantwortlich. Kann der Zucker durch eine gestörte Insulinproduktion bzw. Aufnahme-fähigkeit von den Zellen nicht mehr angenommen werden, steigt der Zuckerspiegel im Blut an. Ist eine bestimmte Konzentration des Zuckers im Blut überschritten, gelangt der Zucker in den Urin und wird ausgeschieden. In diesem Fall spricht man von Diabetes.
Ein Diabetiker muss regelmäßig seinen Blutzuckerwert beobachten, um ihn im Gleichgewicht zu halten. Der Blutzuckerspiegel ist abhängig von verschiedenen Faktoren wie z. B. Ernährung, Bewegung und Medikamenten.
Akute Stoffwechselentgleisung Wer als Diabetiker seine aktuellen Blutzuckerwerte nicht kennt oder sich auf diese nicht einstellt, kann durch Überanstrengung, gesteigerte bzw. verminderte Nahrungsaufnahme oder falsch dosierte Medikamente eine akute Stoffwechselentgleisung provozieren. Dies kann bis zum so genannten diabetischen Koma (absoluter Insulinmangel) oder Hypoglykämie (hochgradige Unterzuckerung) führen.
Dauerhafte Schädigung Typ 2-Diabetiker dagegen spüren oft keine Symptome und sehen daher nicht die Notwendigkeit, den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren. Ein zu hoher Blutzuckerspiegel aber schädigt auf Dauer die arteriellen Gefäße des Körpers. Augen, Nieren und Nerven sind gefährdet. Arteriosklerose, Herzinfarkt, Netzhautveränderungen und Nierenschäden können die Folgen sein.
Diabetischer Fuß Der so genannte diabetische Fuß ist eine ebenfalls gefürchtete Folgeerkrankung. Es handelt sich um eine Kombination aus einer Gefäß-, Knochen- und Nerven-schädigung, die in Verbindung mit der erhöhten Infektneigung bei Diabetikern selbst bei kleinsten Wunden zu einer schweren chronischen Entzündung führt. Häufig kann die Entzündung nicht medikamentös eingedämmt werden, so dass im schlimmsten Fall der betroffene Körperteil amputiert werden muss. Häufig treten die Geschwüre in belasteten Fußregionen auf. Eine besonders sorgsame Pflege der Füße ist daher für jeden Diabetiker Pflicht.
Hier einige Hinweise, die dem Diabetiker helfen sollen, seine Füße vor Schädigungen zu schützen und ausreichend zu pflegen:
- Überprüfen Sie möglichst täglich ihre Füße. Besonders einfach geht das, wenn Sie einen Handspiegel zu Hilfe nehmen.
- Baden oder waschen Sie ihre Füße täglich in lauwarmem Wasser ( bis 37 Grad Celsius). Damit die Haut nicht aufweicht, bitte maximal 3-5 Minuten.
- Nach dem Baden oder Waschen trocknen Sie Ihre Füße sorgfältig mit einem weichen Handtuch, besonders zwischen den Zehen. Die Haut sollte durch das Trockenreiben nicht verletzt werden. Nasse Füße weichen leicht auf und sind anfälliger für Infektionen.
- Hornhautpartien – meist an Ferse und Sohle- müssen mit einer reichhaltigen Creme eingerieben werden (z.B. mit Neutrogena, Fußcreme, Apotheke). Bitte beachten Sie beim Auftragen, dass die Creme vollständig einzieht und zwischen den Zehen keine Rückstände hinterlässt. Eventuell sogar die Zehzwischenräume aussparen.
- Zu lange, zu kurze oder schlecht geschnittene Nägel können die Haut verletzen und zu Infektionen führen. Verwenden Sie keine spitzen und scharfen Gegenstände bei Ihrer Fußpflege.
- Schuhe sorgfältig auswählen: Tragen Sie möglichst gut passende Schuhe! Diese sollten niemals zu eng oder abgelaufen sein. Die Absätze dürfen weder zu flach noch zu hoch sein (20-25 mm bei Männern, 30-50 mm bei Frauen)
Blutzuckermessen – einfach und schnell Die regelmäßige Kontrolle des Blutzuckerwerts zeigt dem Diabetiker, wie sich Ernährung, Sport, Krankheit, Stress etc. auf den Blutzuckerspiegel auswirken. Fortschrittliche Blutzuckermessgeräte (z. B. „OneTouch® Ultra®“, in Apotheken) ermöglichen es, überall und vor allem schnell den Blutzuckerwert festzustellen. Die Messung ist nahezu schmerzlos und mit einer minimalen Blutprobenmenge von einem Mikroliter erhält man in nur fünf Sekunden seinen Blutzuckerwert. Die Blutentnahme kann entweder z.B. am Arm nahezu schmerzfrei oder nach wie vor auch an gewohnten Körperstellen wie der Fingerbeere erfolgen. Die Messung raubt nicht unnötig Zeit und führt zu einer abgerundeten Diabetes-Therapie“.
Richtige Blutzuckermessung – wann und wo?
| Test am Arm möglich |
Test nur an der Fingerbeere |
| Morgens nüchtern |
Bis zu zwei Stunden nach Mahlzeit |
| Vor den Mahlzeiten oder mehr als zwei Stunden danach |
Bis zu zwei Stunden nach Insulingabe |
| Vor Insulingaben oder mehr als zwei Stunden danach |
Bis zu zwei Stunden nach körperlicher Betätigung |
Vor körperlicher Betätigung oder mehr als zwei Stunden danach |
In besonderen Situationen (z.B. vor dem Autofahren oder wenn Sie eine Hypoglykämie vermuten) |
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