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Diabetes

--Eine tückische Volkskrankheit--

Neckargemünd, September 2003 - In Deutschland leben derzeit bereits etwa 6 Millionen Menschen mit Diabetes* und die Zahl steigt stetig an. Konkret heißt das: Jeder 13. Bürger ist von dieser tückischen Stoffwechselerkrankung betroffen. Die Ursache des Diabetes liegt in einem gestörten Gleichgewicht zwischen dem Blutzucker (Glukose im Blut) und dem wichtigsten blutzuckerregulierenden Hormon der Bauchspeicheldrüse, dem Insulin.

Wie entsteht Diabetes?
Für alle Körperfunktionen braucht der Organismus Energie, die durch die Verbrennung von Nährstoffen gewonnen wird. Das körpereigene Hormon Insulin ist vor allem für den Transport von Zucker aus dem Blut in die Zellen verantwortlich, wo dieser zur Energiegewinnung verbrannt wird. Kann der Zucker durch eine gestörte Insulinproduktion bzw. Aufnahmefähigkeit von den Zellen nicht mehr angenommen werden, steigt der Zuckerspiegel im Blut an. Ist eine bestimmte Konzentration des Zuckers im Blut überschritten, gelangt der Zucker in den Urin und wird ausgeschieden. In diesem Fall spricht man von Diabetes.

Diabetes hat zwei Gesichter
Man unterscheidet zwei Typen des Diabetes:
Beim Typ 1-Diabetes produziert die Bauchspeicheldrüse sehr wenig oder gar kein Insulin mehr. Die Zellen können keinen Zucker mehr aufnehmen. Betroffen sind meist Menschen, die schlank und jünger als 40 Jahre alt sind. Als Ursachen gelten das Zusammenwirken von erblicher Veranlagung und äußeren Faktoren (z. B. bestimmte Virusinfektionen) sowie eine Fehlsteuerung des Immunsystems. Anzeichen eines beginnenden Typ 1-Diabetes sind starker Durst, gesteigertes Harnlassen, Müdigkeit, Erschöpfung, Sehstörungen oder Gewichtsverlust. Bei der Therapie eines Typ 1-Diabetikers muss von Beginn an Insulin gespritzt werden.

Rund 95 Prozent aller Betroffenen leiden jedoch an Typ 2-Diabetes. Bei dieser Art der Erkrankung reagieren die Zellrezeptoren nicht mehr auf das Insulin, der Zucker bleibt im Blut. Die Bauchspeicheldrüse versucht die verminderte Wirkung auszugleichen, indem sie immer mehr Insulin produziert. Auf Dauer wird so die Insulinproduktion erschöpft. Typ 2-Diabetes macht sich meist nach dem 40. Lebensjahr bemerkbar und wurde deshalb früher auch als Altersdiabetes bezeichnet. Auslösende Faktoren können fettreiche Kost, Übergewicht und zu wenig Bewegung sein. In den letzten Jahren hat man beobachtet, dass auch immer mehr jüngere Menschen an Typ 2-Diabetes erkranken. Die Symptome werden oft in den ersten Jahren der Erkrankung gar nicht wahrgenommen, nur etwa ein Drittel bemerkt Veränderungen und sucht einen Arzt auf. Die restlichen zwei Drittel der Typ 2-Diabetiker sind auf eine Zufallsdiagnose angewiesen.

Unentdeckter Diabetes kann folgenreich sein
Die Dunkelziffer der bisher nicht erkannten Diabetesfälle liegt laut Schätzungen von Fachorganisationen bei mehreren Millionen. Die Symptome der Erkrankung sind beim Typ 1-und Typ 2-Diabetes gleich, doch bei Diabetespatienten mit Typ 1 entwickeln sich die Symptome im Laufe von einigen Tagen bis zu wenigen Wochen. Bei Typ 2-Diabetikern ist es hingegen oft der Fall, dass zwischen dem Auftreten der Erkrankung und der Diagnose durch den behandelnden Arzt in der Regel sechs bis sieben Jahre vergehen. Dies bedeutet, dass die Krankheit eine lange Zeit nicht nur unerkannt, sondern vor allem auch unbehandelt bleibt. Diabetische Folgeschäden können vorzeitig auftreten.

Ist der Blutzucker über lange Zeit zu hoch, kann es zu den so genannten Folgeerkrankungen durch Diabetes kommen. Darunter versteht man eine Schädigung der kleinen und der großen Blutgefäße sowie eine Schädigung des Nervensystems. Augen- und Nierenschäden sowie Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose) gehören u. a. zu den häufigsten Folgeerkrankungen eines nicht erkannten bzw. latent zu hohen Blutzuckerwerts.

Leben mit Diabetes – eine Frage der richtigen „Einstellung“
Mit einer langfristig guten Blutzuckereinstellung kann das Risiko von diabetesbedingten Folgeerkrankungen erheblich vermindert werden. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung, Verzicht auf Nikotin, mäßiger Alkoholgenuss und regelmäßige Bewegung tragen ebenfalls zu einem erfolgreichen Leben mit Diabetes bei. Typ 2-Diabetikern steht eine Reihe weiterer Behandlungs-möglichkeiten zur Verfügung – z. B. Tabletten und Insulin oder eine Kombi-nation aus beidem.

Wichtig ist es vor allem, früh genug zu hohe Blutzucker-werte zu erkennen. Durch regelmäßiges Blutzuckermessen kann eine Diabetestherapie optimiert werden.

Blutzuckermessen – einfach, schnell und schmerzlos
Die regelmäßige Kontrolle des Blutzucker-werts zeigt dem Diabetiker, wie sich Ernährung, Sport, Krankheit, Stress etc. auf den Blutzuckerspiegel auswirken. Fortschrittliche Blutzuckermessgeräte (z. B. „OneTouch® Ultra®“, in Apotheken) ermöglichen es, überall und vor allem schnell den Blutzucker-wert festzustellen. Die Messung ist nahezu schmerzfrei und mit einer minimalen Blutprobenmenge von einem Mikroliter erhält man in nur fünf Sekunden seinen Blutzucker-wert. Die Messung raubt dem Diabetiker nicht unnötig Zeit.

Durch die regelmäßige Blutzuckerselbstkontrolle hat man die Möglichkeit, frühzeitig zu hohe Blutzucker-werte zu erkennen. Als Diabetiker kann man auf diese Art und Weise die Diabetestherapie aktiv mitbestimmen.

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* Quelle: Deutscher Diabetiker Bund

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