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PRESSEMITTEILUNG

Die wichtigsten Begriffe und Fakten zu dem Thema
"Diabetes mellitus"

Neckargemünd, September 2003

(1)

Diabetes mellitus
Diabetes ist eine „chronische Stoffwechselstörung“. Diabetes zu haben bedeutet, dass Ihr Körper entweder gar kein Insulin mehr produziert (Typ 1-Diabetes) oder, dass das vorhandene Insulin nicht richtig wirken kann (Typ 2-Diabetes).

 

 

(2)

Insulin
Insulin ist ein Hormon, das von den Betazellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet und in den Blutkreislauf abgegeben wird. Insulin spielt bei der Regulation des Blutzuckerspiegels die wichtigste Rolle.

 

 

(3)

Typ 1-Diabetes
Beim Diabetes Typ 1 kann der Körper kein eigenes Insulin mehr produzieren. Menschen mit Typ 1-Diabetes spritzen daher immer Insulin.

Auslöser: Beim Typ 1- Diabetes bildet der Körper durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems Antikörper, die die eigenen insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstören. Der Zellzerstörungsprozess der insulinproduzierenden Zellen läuft über einen langen Zeitraum unbemerkt ab. Erst wenn ca. 70% bis 90% der Zellen zerstört sind, tritt der Diabetes auf.

Ursachen: Die Ursachen für den Typ 1-Diabetes sind nicht ganz geklärt. Es ist wahrscheinlich, dass neben einer genetischen Veranlagung bestimmte Virusinfektionen und Umweltfaktoren eine wesentliche Rolle spielen, die zu dieser Fehlsteuerung des Immunsystems führen.

Betroffene: Betroffen sind meist Menschen, die schlank und jünger als 40 Jahre sind. Symptome eines beginnenden Typ 1-Diabetes sind:

  • starker Durst,
  • gesteigertes Harnlassen,
  • Müdigkeit, Erschöpfung, Antriebslosigkeit,
  • Sehstörungen,
  • Gewichtsverlust.

 

 

(4)

Typ 2-Diabetes
Der Typ 2-Diabeter ist die häufigste Form der Zuckerkrankheit. 90% aller Menschen mit Diabetes haben einen Typ 2-Diabetes.

Auslöser: Hier bildet der Körper meist noch Insulin, aber die Insulinwirkung ist herabgesetzt (Insulinresistenz). Die Bauchspeicheldrüse versucht, die verminderte Wirkung auszugleichen, indem sie immer mehr Insulin produziert. Diese Mehrbelastung führt auf Dauer zur Erschöpfung der körpereigenen Insulinproduktion.

Typ 2-Diabetes hat eine starke erbliche Komponente. Es ist wichtig zu wissen, dass nicht der Diabetes selbst, sondern nur das erhöhte Risiko einen Diabetes zu bekommen, vererbt wird.

Damit es zum Ausbruch des Diabetes kommt, müssen die so genannten „auslösenden Faktoren“ wie

  • Übergewicht (90% aller Menschen mit Typ 2-Diabetes sind übergewichtig)
  • Bewegungsmangel
  • zunehmendes Lebensalter

hinzukommen, die in erster Linie für die verminderte Insulinwirkung verantwortlich sind. Die Symptome sind wie beim Typ 1-Diabetes aber schwächer ausgeprägt.

Betroffene sind meist Menschen

  • die älter als 40 Jahre alt sind,
  • die zu Übergewicht neigen,
  • die Verwandte 1. Grades mit Diabetes haben,
  • Frauen, die während der Schwangerschaft einen Diabetes hatten.

Viele Menschen weisen zuerst keine Symptome auf oder bringen die vorhandenen Anzeichen nicht mit „Diabetes“ in Verbindung, was leider oft zu einer verspäteten Diagnose führt. Im Durchschnitt besteht der Diabetes schon fünf bis sieben Jahre, bis er diagnostiziert wird. Deshalb sollten Personen über 45 Jahre mindestens alle drei Jahre eine Blutzuckerbestimmung durchführen lassen.

 

 

(5)

Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes)
Ca. 3% bis 5% der Frauen bekommen in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft einen Schwangerschaftsdiabetes. Meistens sind die Blutzuckerwerte nach der Geburt wieder im Normalbereich. Der Diabetes kann aber bei folgenden Schwangerschaften erneut auftreten. Etwa 50% der betroffenen Frauen entwickeln zu einem späteren Zeitpunkt einen Typ 2-Diabetes. Ein erhöhtes Risiko weisen

  • übergewichtige Frauen,
  • schwangere Frauen über 30 Jahre,
  • Frauen, deren vorherige Kinder ein erhöhtes Geburtsgewicht hatten
  • und Frauen, die Verwandte 1. Grades mit Diabetes haben, auf.

Bei einem Schwangerschaftsdiabetes wird vom Arzt ein spezielles Programm für Mutter und Baby entwickelt.

 

 

(6)

Blutzuckerzielbereiche
Die nachfolgenden Werte sind normale Blutzuckerbereiche, wie wir sie bei Stoffwechselgesunden antreffen. Diese Werte sollen als Richtlinien dienen. Die Blutzuckerwerte, die individuelle Zielwerte sind, bespricht der behandelnde Arzt mit dem Diabetespatienten. Der Arzt wird die Werte unter Berücksichtigung des Alters, der Begleiterkrankung und den einzelnen Beschwerden festlegen.

Zeit

Normalwerte
(kapillar, mg/dL, mmol/L)

Nüchtern
(= vor dem Frühstück)

Unter 99/5,4

Vor dem Mittag-/Abendessen

70-110/3,9-6,1

2 Std. nach der Mahlzeit

Unter 140/7,5

2 Uhr früh

Über 70/3,9

 

 

(7)

Folgeerkrankungen
Diabetesbedingte Folgeschäden und -erkrankungen entstehen, wenn ihr Blutzuckerspiegel über längere Zeit zu hoch ist. Unter Folgeschäden versteht man Veränderungen an den kleinen und großen Blutgefäßen, sowie eine Schädigung des Nervensystems.

Bei einer Schädigung der kleinen Gefäße (Mikroangiopathie) sind in erster Linie die feinen Gefäße des Augenhintergrundes (Retinopathie) und der Niere (Nephropathie) betroffen. Bei einer Schädigung der großen Gefäße (Makroangiopathie) kommt es zu Veränderungen an den Herzkranzgefäßen, den Halsschlagadern oder an den Beinarterien. Ist das Nervensystem betroffen, sind Temperatur- und Schmerzempfinden sowie der Tastsinn beeinträchtigt. Oftmals ist auch die Schweißsekretion vermindert, so dass die Haut extrem trocken wird. Meist sind die langen Nervenfasern befallen, was bedeutet, dass diese Störungen in der Regel zuerst an den Füßen auftreten.

 

 

(8)

Kontrolluntersuchungen für Diabetiker
Vorbeugung: Mit einer langfristig guten Blutzuckereinstellung können Sie das Risiko von diabetesbedingten Folgeerkrankungen erheblich vermindern.

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung, Verzicht auf Nikotin, mäßiger Alkoholgenuss und regelmäßige körperliche Aktivität tragen ebenfalls erfolgreich zur Vorbeugung bei.

Früherkennung: Hohe Blutzuckerwerte tun nicht weh. Das bedeutet, der Patient spürt nur bedingt, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Auch darum ist es sehr wichtig, dass man regelmäßig Kontrolluntersuchungen bei einem Arzt durchführen lässt. Veränderungen können so frühzeitig erkannt und behandelt werden. Nutzen Sie die Möglichkeiten der Früherkennung!

Kontrolluntersuchungen im Überblick:

  • Körpergewicht
  • Blutdruck
  • Der HbAIc-Wert
  • Mikroalbumine
  • Kontrolle der Füße
  • Augen
  • Nevernschädigung
  • Beine
  • EKG
  • Bestimmung der Blutfette

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