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PRESSEMITTEILUNG
LifeScan und Novo Nordisk: Früherkennung des Gestationsdiabetes fördern
--Eintrag des Screenings im Mutterpass befürwortet--
Norderstedt, September 2002 – Werden Gestationsdiabetikerinnen durch den oralen Glukosetoleranztest (OGTT) rechtzeitig erkannt und adäquat behandelt, ist das so genannte „fetal outcome“ mit dem von gesunden Schwangeren vergleichbar. Dies betonte Dr. Ute M. Schäfer-Graf, Geburtshelferin aus Berlin und Sprecherin der AG Diabetes und Schwangerschaft der Deutschen Diabetes Gesellschaft, im Rahmen des „EASD postgraduate course on Gestational Diabetes“. Der internationale Workshop am 13. und 14. September in Norderstedt wurde von den Unternehmen LifeScan und Novo Nordisk organisiert, die seit langem die Diabetes-Diskussion aktiv unterstützen.
Eintrag in den Mutterpass Die Expertendiskussionen des Postgraduate Courses unter Leitung von Prof. Dr. Manfred Dreyer und Prof. Moshde Hod führten zu dem Konsens: Um die Früherkennung zu fördern, muss ein allgemeines Screening auf Gestationsdiabetes in den Mutterpass integriert werden.
Der derzeitige Stand: Bereits im Sommer 2001 haben die Gesundheitsminister der Länder einstimmig den Bundesausschuss Ärzte und Krankenkassen ersucht, den Test auf Schwangerschaftsdiabetes in die Mutterschaftsvorsorge aufzunehmen. Dieser hat nun Mitte dieses Jahres im Arbeits-ausschuss Familienplanung eine „Arbeitsgruppe Gestationsdiabetes“ gebildet, die sich nun zunächst noch einmal ein eigenes Urteil bilden und erneut Experten hören wird.
Wegweisende Projekte Bislang hängt es vom betreuenden Gynäkologen und vor allem von der Zugehörigkeit zu einer Region ab, ob eine Frau getestet wird. Denn in einigen Gegenden Deutschlands laufen Projekte zum Gestationsdiabetes, die zu einem Großteil von den Firmen LifeScan und Novo Nordisk unterstützt werden. In den betreffenden Regionen wird bei allen Frauen meist zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche der Blutzuckerwert ein oder zwei Stunden nach dem Trinken einer Zuckerlösung gemessen. Überschreitet er einen bestimmten Wert, überweist der Frauenarzt die Schwangere an einen diabetologisch ausgebildeten Arzt. Der Diabetologe Dr. Jürgen Tamm, Osnabrück, berichtete in diesem Zusammenhang aus seiner Praxis, dass die Rate an Schnittentbindungen bei den betreuten Gestationsdiabetikerinnen unterhalb derjenigen der übrigen Bevölkerung läge. In einem Zeitraum von circa fünfeinhalb Jahren habe die Zahl auffallend großer und schwerer Neugeborener um nahezu die Hälfte abgenommen. Der Grund hierfür liegt in der Früherkennung des Diabetes und der nachhaltigen Betreuung der Betroffenen. Solche Projekte machen deutlich, wie wichtig es wäre, den Routinetest auf Schwangerschaftsdiabetes in der gesamten Bundesrepublik anzubieten.
Risiko Gestationsdiabetes Bleibt ein Screening aus, werden die Schwangeren gesundheitlichen Risiken ausgesetzt. Gefährdet sind die Betroffenen vor allem durch Infektionen der Harnwege und der Vagina. Gleichzeitig steigt die Häufigkeit schwangerschaftsassoziierter Hypertonie und Präeklampsie. Hinsichtlich des Risikos für kongenitale Fehlbildungen kann man die Patientinnen hingegen beruhigen: Es scheint – im Gegensatz zu Frauen mit vorbestehendem Typ 1- und Typ 2- Diabetes – bei ihnen nicht erhöht zu sein. Dr. Schäfer-Graf empfiehlt aber, alle vier Wochen eine sonographische Kontrolle durchzuführen, um eine Makrosomie rechtzeitig zu erfassen. Maßgeblich für die Vermeidung der Folgeerscheinungen ist daher nicht nur die Früherkennung des Gestationsdiabetes per Blutzuckerkontrolle sondern auch eine engmaschige Blutzuckermessung im Verlauf der Schwangerschaft. Diese Kontrollmaßnahme ist eine verlässliche Basis für eventuell notwendige Therapien, die auch die Insulinbehandlung einschließen können. Blutzuckertests sollten auch in der ersten Zeit nach der Entbindung regelmäßig und danach wenigstens alle zwei Jahre durchgeführt werden, da das Risiko hoch bleibt, später einen Diabetes zu entwickeln: Zehn Jahre nach der Entbindung ist etwa jede dritte Gestationsdiabetikerin manifest an Diabetes erkrankt.
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