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LifeScan Österreich / Folgeerkrankungen
ZWEITE AUSGABE 2002  Zeigt her eure Füße!
Manfred Großschädl
Was hat Diabetes mit den Füßen zu tun? Leider können sich bei langer Diabetesdauer und schlechter Blutzuckereinstellung auch Veränderungen an den Füssen einstellen. Es können Nervenstörungen (Polyneuropathie) auftreten, die zu verminderter Empfindlichkeit führen. Mitunter verspürt man ein Kribbeln, die Fußsohlen können brennen und jeder Schritt fühlt sich so unsicher an als würde man auf Watte treten. Beim Auftreten von Druckstellen, verdickter Hornhaut (Hyperkeratosen) und Verletzungen sowie damit verbundenen Entzündungen ist besondere Vorsicht geboten, damit es nicht zur gefürchteten Amputation von Zehen oder dem ganzen Fuß kommt. In Österreich gibt es rund 500.000 Diabetiker, etwa zehn Prozent davon haben Fußprobleme, und jährlich muss bei 3.000 Patienten eine Amputation durchgeführt werden.
Information ist die halbe Miete Zu den aufgezählten Symptomen muss es aber nicht kommen, wenn man sich gut informiert und über die Behandlung des Diabetes gut Bescheid weiß. Am Anfang jeder Diabetesthe-rapie steht die ausführliche Schulung der Betroffenen und ihrer Angehörigen. In der Steiermark gibt es seit Oktober 2000 ein großes Schulungsprojekt für Diabetes-Patienten, die Kosten werden vom Land und von den Krankenkassen übernommen. Bisher beteiligen sich über 200 niedergelassene Ärzte an diesem Projekt. Ich bin als Ausbildungsreferent für Ärzte tätig und führe diese Schulungen regelmäßig in meiner Ordination durch.
Neben der Information über den Diabetes und seine Behandlung lernen die Patienten sehr viel über ihre Füße. Es beginnt bei der richtigen Schuhversorgung – sie sollen bequem und groß genug sein. Beim Schuhkauf sollen die Füße deshalb exakt vermessen werden, vor der längsten Zehe sollte noch ein Zentimeter Platz sein. Schuhe sollen gut sitzen, aber niemals drücken.
Kümmern Sie sich um Ihre Füße Tägliche Fußpflege mit einem kurzen, temperierten Fußbad und gutem Abtrocknen ist wichtig, das Eincremen ebenso. Hierbei sollten Sie darauf achten, dass die Creme keine feuchten Rückstände hinterlässt und vollständig einzieht. Bei der Pflege der Nägel sollten keine spitzen Gegenstände verwendet werden, die Nägel sollten gerade geschnitten, am besten gefeilt werden. Die Durchführung der täglichen Fußgymnastik erlernen unsere PatientInnen ebenfalls während dieser Schulung.
Die jährliche Untersuchung der Füße im Rahmen des Diabetes-Jahreschecks ist die wichtigste Maßnahme zur Verhinderung der Beinamputation. Ihr Arzt sieht sich Ihre Füße an, fühlt, ob sie kalt oder warm sind und testet die Fußnerven mit dem Stimmgabeltest. Bei Veränderungen wird der Arzt veranlassen, dass der Patient sein Schuhwerk anpasst oder Einlagen trägt. Falls notwendig sollte auch umgehend mit medikamentösen Maßnahmen begonnen werden.
Bei größeren Veränderungen wird Ihr Arzt Sie an eine Diabetische Fußambulanz überweisen. In meiner Fußambulanz arbeite ich mit einem Facharzt für Chirurgie zusammen. Wir können die Patienten dadurch optimal behandeln, sowohl in Hinblick auf eine gute Stoffwechseleinstellung als auch in Bezug auf die optimale Wundbehandlung. Die Patienten müssen keine langen Wartezeiten in Kauf nehmen und haben den Vorteil, nicht verschiedene Institutionen aufsuchen zu müssen.
Kontakt Dr. Manfred Großschädl, Diabetesschulungsreferent, FA für Innere Medizin, Diabetologe ÖDG, Diabetesarzt, Mitglied der Arbeitsgruppe diabetischer Fuß, Behandlung diab. Fuß, Behandlung und Schulung Diabetes Typ 1 und 2, 8054 Seiersberg bei Graz, Telefon (0316) 25 16 56
ZWEITE AUSGABE 2002 
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