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Titelthema / Diabetes+Reisen

ZWEITE AUSGABE 2002

Auch mit Diabetes um die halbe Welt

Nun ja, die halbe Welt habe ich zwar noch nicht gesehen, aber zumindest Kanada, Honolulu und Chile. Ich heiße Carina und bin 20 Jahre alt. Als ich im Mai 1995 erfuhr, dass ich an Diabetes erkrankt bin, war ich sehr geschockt. Ich wusste nicht, was auf mich zukommt, die Ungewissheit war belastend. Ich gebe zu, am Anfang war es für mich sehr schwer, doch im Laufe der Jahre wurde der Diabetes ein Teil meines Lebens.

Diabetes ist kein Hinderungsgrund
Ich lernte auf Kinderfreizeiten andere Diabetiker kennen, wodurch es mir leichter fiel, meine Krankheit zu akzeptieren. Heute gehört der Diabetes zu meinem Alltag, die Stoffwechselerkrankung steht mir nicht im Weg. Sogar mein zweieinhalbmonatiger Auslandsaufenthalt bereitete mir trotz des Diabetes keine Probleme.

Im Dezember 2000 sollte meine Reise beginnen, doch zuvor musste ich mich um einiges kümmern. Ich hatte zu Anfang Bedenken was die spezielle Versorgung mit Medikamenten und Hilfsmitteln angeht: ”Wo erhalte ich meine Teststreifen?”, ”Ist es ein Problem, im Ausland mein Insulin zu bekommen?” und ”Wie passe ich meine Insulintherapie der Zeitumstellung an?”, waren die Fragen, die mich beschäftigten.

Hausarzt und Diabetologe beraten Sie
Zunächst ging ich zu meinem Hausarzt und ließ mich komplett durchchecken, wichtig dabei war auch, die Impfung gegen Hepatitis A und B vorzunehmen. Danach hielt ich Rücksprache mit meinem Diabetologen und vereinbarte mit ihm eine geraume Zeit vor Reiseantritt einen Termin. Ich war leicht beunruhigt, da ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, ob ich den Diabetes auch im Ausland im Griff behalten kann. Nachdem ich meinem Diabetologen diese Bedenken geschildert hatte, erklärte er mir in aller Ruhe, dass es gar keine Probleme gebe und beantwortete meine zahlreichen Fragen.

Gute Vorbereitung erspart Sorgen
Ich holte mir eine ausreichende Menge Teststreifen in der Apotheke, mit Insulin versorgte mich mein Diabetologe, so dass beides für zweieinhalb Monate ausreichen würde. Für den Fall, dass der Vorrat dennoch ausgehen oder unbrauchbar werden sollte, erkundigte ich mich vorsorglich beim Kundenservice von LifeScan wegen der Teststreifen, da die Bezeichnung sich von Land zu Land unterscheiden kann. Somit war auch dies erledigt. Der letzte Punkt war nun noch die Zeitumstellung.

Keine Probleme bei der Anpassung der Insulin-Therapie
Diese bereitete mir die größten Bedenken. Doch eigentlich ist die Anpassung der Insulintherapie recht einfach: Führt mein Ausflug Richtung Westen, spritze ich morgens vor dem Abflug die übliche Menge an Basalinsulin. Normalinsulin spritze ich die gewohnte Dosis. Die Verlängerung des Tages ergibt einen zusätzlichen Insulinbedarf, den ich durch ein bis zwei Injektionen mit Normalinsulin ausgleichen kann.

In Richtung Osten injiziere ich am Abend die gewohnte Menge an Basalinsulin. Die Normalinsulindosis zu den Mahlzeiten während des Fluges ist wie gewohnt zu verabreichen. Die Zeitverschiebung, die eine Verkürzung der Nacht bewirkt, ergibt einen geringeren Bedarf an Basalinsulin am nächsten Morgen. Am Zielort spritze ich je nach aktuellem Blutzuckerwert die übliche Dosis Normal- und Basalinsulin und esse wie gewohnt.*

Eisiges Kanada
Nun konnte die Reise beginnen. Erstes Ziel war Kanada, viereinhalb Wochen verbrachten wir dort. Es war wunderschön, doch zum Teil eisig kalt. Wir waren jeden Tag unterwegs, was meinen Blutzuckerwerten nur zu Gute kam. Wir wohnten in Vancouver und unternahmen von dort aus viele Ausflüge wie z.B. nach Calgary, Banff, Lake Louise, Edmonton, Seattle und zu einigen weiteren sehenswerten Zielen. Mitte Januar ging es dann weiter nach Honolulu, rein meteorologisch der extreme Gegenpol.

Relaxen am Traumstrand
Dort ließen wir unsere Seele vor traumhafter Kulisse baumeln: weißer Sand, türkisblaues Meer, Sonne, Palmen. Einfach Urlaub pur zum Relaxen am Traumstrand. Unser letztes Ziel war Chile. Wir wohnten bei einem Freund in Santiago de Chile, der Austauschschüler in Gengenbach, meinem Heimatort, war. Wir genossen die letzte Zeit und unternahmen Ausflüge in die Wüste San Pedro und ans Meer. Es war herrlich.

Ausschließlich gute Erfahrungen, wunderschöne Erinnerungen
Leider gingen die zweieinhalb Monate viel zu schnell vorbei. Blicke ich heute zurück, so kann ich sagen, dass ich mit meinem Diabetes im Ausland absolut keine Probleme hatte und froh bin, solche Erfahrung gewonnen zu haben. Ich würde jederzeit wieder so eine Reise unternehmen.

Kontakt
Carina Fischer
Joh.-Peter-Hebel-Straße 5
77723 Gengenbach

ZWEITE AUSGABE 2002

Zweite Ausgabe 2002

Titelthema / Diabetes+Reisen
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Diabetes in Zahlen - eine Reise in die Welt der Statistik

Carina Fischer in Chile

 

Kanada, Lake Louise

 

Honolulu

 

Honolulu