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Titelthema / Diabetes+Reisen

ZWEITE AUSGABE 2002

Schnorcheln mit Walhaien

… oder wenn es beim Blutzuckermessen auf jede Sekunde ankommt

Walhaie gehören der Gattung der Haie an, haben aber die Größenproportionen von Walen, daher rührt die zusammengesetzte Namensgebung. Trotz ihrer enormen Größe – Walhaie können bis über 13 Meter lang werden – ist es schwierig, diese Giganten im Ozean zu erspähen. Begegnungen mit Walhaien ge-hören zu den schönsten Erlebnissen für jeden Taucher. Jedes Jahr ab April zieht es deshalb Taucher nach Westaustralien, da man hier die sanften Riesen ganz aus der Nähe betrachten kann. Auch ich habe als begeisterte Taucherin schon Jahre davon geträumt, einmal neben diesen Riesenhaien herschnorcheln zu dürfen.

Das Ningaloo Reef
Exmouth, ein kleiner Ort am “North West Cape” von Westaustralien liegt etwa 1.300 Kilometer nördlich von Perth. Vor der Küste erstreckt sich das 260 Kilometer lange Ningaloo Reef. Dieses sogenannte Saumriff trennt eine flache Lagune vom Land. An manchen Stellen liegt es nur 100 Meter von der Küste weg, nirgendwo jedoch weiter als fünf Kilometer davon entfernt. Das Ningaloo Reef ist in intaktem Zustand, es war schon immer ein Geheimtipp unter Tauchern.

Kontakt mit Walhaien
Viele Taucher fragen, warum man mit Walhaien schnorchelt, anstatt mit ihnen zu tauchen. Walhaie können sehr schnell schwimmen und es ist schwierig bis unmöglich, ihnen mit sperriger Ausrüstung zu folgen. Viel einfacher ist es, die Walhaie mit Schnorchelausrüstung zu begleiten, zumal sie stets bis knapp unter die Oberfläche kommen. Es ist nicht erlaubt, die Walhaie anzufassen, der Taucher muss sogar einen Sicherheitsabstand einhalten.

Startklar in Sekundenschnelle
Hier nun einige hilfreiche Tipps für einen Walhai-Trip, wie ich sie in der Praxis sammeln konnte: Da es bei Walhai-Exkursionen sehr oft und vor allem sehr schnell “rein ins Wasser” und wieder “raus aus dem Wasser” heißt, ist es wichtig, die richtige Ausrüstung dafür zu haben. Man muss diese immens zügig anlegen, um sehr schnell startklar zu sein. Hier zählt wirklich jede Sekunde. Dafür brauchte ich auch ein Blutzuckermessgerät, das konkurrenzlos schnell misst. Für mich gab es deshalb bei der Auswahl des geeigneten Gerätes für diesen Trip nur eine Wahl: One Touch® Ultra®. Mit seiner absoluten Turbomesszeit von nur fünf Sekunden war es wie geschaffen für meine Walhai-Safari.

Warten auf die Wale
Nachdem wir uns also auf der “Seatreck”, unserem Tauchboot, häuslich eingerichtet hatten,
erhielten wir vom Skipper eine Einführung zum Ablauf der nächsten Tage. Wir patrouillierten den ganzen Tag auf dem teilweise recht engen Küstenstreifen zwischen Land und Riff und warteten auf die Walhaie. Der Kapitän und weitere Crewmitglieder saßen dabei mit einem Fernglas ausgerüstet in ihrem Ausguck und warteten geduldig, bis sie hoffentlich irgendwo einen der Meeresriesen erspähten. Am zweiten und dritten Tag unseres Trips wurden sie dabei aus der Luft von einem Flugzeug unterstützt, das per Funk den genauen Standort der Tiere an den Kapitän weitergab. Erblickte ein “Spotter” einen Walhai, nahm der Kapitän sofort Kurs. Nun musste man natürlich Glück haben, dass sich das Tier nicht durch das laute Motorengeräusch stören ließ und wieder in die Tiefe verschwand. Wir hatten oft Glück. Das Brüllen der Crew: “Walhai, Walhai!” signalisierte uns dann, dass es endlich losgehen konnte. In Windeseile mussten wir in die Taucheranzüge springen, die Flossen überstülpen, die Maske aufsetzen, uns hinten am Boot versammeln und schließlich auf Kommando ins Wasser springen. Dann wurde weiter gespäht, wo genau das Tier sich befand, rechts, links oder weiter vorne, wobei man immer wieder nach unten schauen und den Schnorchelkurs korrigieren musste.

Sekunden oder Minuten des Glücks
Wild schwammen alle durcheinander, bis einer von uns den Walhai erblickt hatte, die Faust zum Zeichen in die Höhe reckte und so schnell wie möglich neben dem Riesen herschnorchelte. Ich schnorchelte darauf hin mit dem Flossenschlag meines Lebens in seine Richtung. Plötzlich sah ich ihn, einen ungefähr acht Meter großen Walhai: Ein ewiger Tauchertraum hatte sich genau in dieser Sekunde für mich erfüllt. Ich keuchte in meinen Schnorchel, schlug mit den Flossen was die Füße hergaben, aber glücklicherweise schien der Anblick des Tieres einen Turbomotor in mir freizusetzen, und es gelang mir, eine ganze Weile an seiner Seite bleiben zu können. Diese Giganten schlagen ganz ruhig mit ihrer Schwanzflosse und scheinen durchs Wasser zu gleiten, doch durch die Größe der Flosse haben sie eine enorme Geschwindigkeit. Für uns war es eine extreme körperliche Anstrengung, mit unseren winzig anmutenden “Fußbekleidungen” mit ihnen mitzuhalten. Ein unbeschreibliches Gefühl, neben diesem Giganten herzuschwimmen, in seine kleinen Augen zu schauen. Fast hatte ich das Gefühl, er sieht mich an. Es war ein Erlebnis, bei dem einem nicht nur vor Erschöpfung hinterher die Worte fehlen. Einfach atemberaubend, phantastisch, gigantisch im wahrsten Sinne des Wortes. Wie lange wir neben diesem Walhai hergeschwommen waren, weiß ich nicht, aber ich weiß, dass jede Sekunde davon wunderbar war.

Wir waren gerade wieder zurück an Deck und mein One Touch Ultra zeigte mir sehr zufriedenstellende 135 mg/dl an, als die Begeisterungsstürme losbrachen: “Hast du seine Flosse gesehen? Diese Augen? Den riesigen Körper? Wie kann ein solcher Koloss bloß so schnell sein?”

Wie hält der Blutzuckerspiegel dabei mit?
Welch eine diabetologische Herausforderung, nicht zu wissen, wann und wie lange ich mich belasten, wie intensiv und wie oft hintereinander die Anstrengung erfolgen würde. Trotzdem durfte man draußen auf dem oft rauen Meer auf keinen Fall eine Unterzuckerung riskieren. Wir wussten im Vorfeld ja nie, wie lange wir Glück hatten, dass das Tier an der Oberfläche bleibt und eine Horde wild strampelnder Schnorchler neben sich duldet. Manche Tiere schienen sogar Gefallen daran zu finden und erlaubten uns, sie fast eine halbe Stunde zu begleiten, andere verschwanden schon nach ein paar Minuten wieder in der Tiefe.

Können solche extrem unkalkulierbaren Belastungen auch problemlos von insulinpflichtigen Menschen mit Diabetes gemeistert werden? Für diesen speziellen Fall war eine gute Planung und Ausrüstung dringend erforderlich.

Unerlässlich bei sportlicher Extrembelastung: ständige Blutzuckerselbstkontrolle
Während der “Warterei” auf den nächsten Walhai habe ich stündlich, oft sogar im Abstand von 30 Minuten meinen Blutzucker getestet. In diesen Fällen nur an der Fingerkuppe, alternative Teststellen mit ihrer zeitlichen Verzögerung wären in dieser Situation nicht zuverlässig gewesen. Meine Fingerkuppen haben diese “Intensivbelastung” ohne Probleme überstanden und ein genauer, zuverlässiger Blutzuckerwert ist der einzige Garant dafür, ein solches Abenteuer sicher überstehen zu können. Für den Notfall hatte ich auch wasserfestes Jubin-Glukosegel und einen ebenfalls wasserfesten Powerriegel in der Tasche des Tauchanzugs dabei. Glücklicherweise musste ich während des gesamten Walhaitrips nicht einmal darauf zurückgreifen.

Noch jetzt, fast ein Jahr später, bekomme ich beim Schreiben dieses Artikels glänzende Augen bei dem Gedanken, was wir dort alles unter Wasser sehen und erleben durften: Mantarochen, Delphine, Schildkröten und Fischschwärme ließen uns so dicht heran kommen, dass ich meine Tauchpartnerin keine zwei Meter neben mir nicht mehr sehen konnte.

Ein unvergessliches Abenteuer
Dieser Walhai-Trip mit all seinen wunderbaren Tauch- und Schnorchelgängen war ein Erlebnis, dass ich niemals vergessen werde. Ach ja, der Diabetes war ja auch die ganze Zeit dabei, und es hat ihm, wie ich glaube, auch gut gefallen. Als Schlusssatz kann ich nur festhalten, dass Diabetes niemanden von solchen unvergesslichen Erlebnissen abhalten sollte. Dank der perfekten Ausrüstung und einer optimalen Therapieanpassung konnte ich diesen Traum problemlos genießen. Wen ich auf den Geschmack gebracht haben sollte: Auch dieses Jahr werden die Giganten der Meere wieder in Westaustralien zu sehen sein! Weitere Infos finden Sie auch im Internet unter www.australien-tauchen.com.

Kontakt
Ulrike Thurm
Heidenfeldstr. 10, 10249 Berlin
E-mail: thurm@idaa.de

Mit freundlicher Unterstützung
von Diversion, Dive Travel & Training

ZWEITE AUSGABE 2002

Zweite Ausgabe 2002

Titelthema / Diabetes+Reisen
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Mantarochen – eine Augenweide für jeden Taucher 

 

Dirk von Diversion, Autorin Ulrike, Claudia von Diversion und Jan (von li. nach re.)