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WELLNESS | MASSAGE+AKUPRESSUR
03-2000
Inhalt  Wie wärs mal mit einer Massage?
Diese Frage wird mit Sicherheit von jedem mit einem klaren Ja beantwortet.
Eine Massage tut einfach gut, man fühlt sich so entspannt und hat das Gefühl,
wie neugeboren zu sein. Dass mehr als nur Wohlfühlen dahinter
steckt, zeigt der folgende Beitrag zum Thema Massagen.
Das Massieren ist eine jahrtausendealte Technik zur Vorbeugung und Behandlung
von Beschwerden und Erkrankungen des Bewegungsapparats. Mit Hilfe bestimmter
Massagetechniken können jedoch auch erkrankte innere Organe sowie der Stoffwechsel
günstig beeinflusst werden. Die Kunst der Berührung, wie
die Massage auch genannt wird, gehört zu den Behandlungsformen, mit denen
dem Menschen Kraft und Vitalität zurückgegeben werden. Die Praxis
des Massierens kommt ursprünglich aus dem fernen Osten. Ihr Hauptzweck
ist, die Harmonie des Organismus durch regulierende Techniken der Berührung
zu bewahren oder wiederherzustellen. Während es bei den östlichen
Techniken wie Shiatsu oder Akupressur eher um die Wiederherstellung des inneren
Energiegleichgewichts geht, bewirken die westlichen Massagetechniken eine direkte
körperliche Reaktion. Die klassische Massage besteht aus vier verschiedenen
Techniken, die nacheinander durchgeführt werden:
- Effleurage (Streichung)
Sanfte, leichte Massage parallel zum Verlauf der Muskelfasern. Die Streichbewegung
erfolgt meist in Richtung Herz. Mit der Streichung nimmt der Masseur Kontakt
mit der zu behandelnden Person auf, erspürt Verspannungen und Verhärtungen.
- Petrissage (Knetung)
Beim Kneten werden die Muskeln gegeneinander geschoben und dabei gedehnt.
Die Knetung erfolgt jeweils in beide Verlaufsrichtungen des Muskels. Sie dient
der vermehrten Durchblutung der Muskulatur und dem Lösen von Verspannungen.
- Friktion (Reibung)
Hierbei führt der Masseur kreisende Bewegungen mit den Daumen und
den Fingerkuppen in die Tiefe der Muskulatur aus. Die Reibungen dienen dazu,
sog. Myogelosen fühlbare, harte Knoten im Muskelgewebe
aufzuheben.
- Tapotement (Klopfen, Klatschen)
Durch leichtes Schlagen, Klopfen oder Klatschen mit lockerer Hand wird
die Durchblutung der Muskulatur in der Tiefe gefördert. Gleichzeitig
regt diese Technik das Nervensystem an.
Druckmassagetechniken
Akupressur und Shiatsu sind Druckmassagetechniken d.h., mit den Fingerkuppen,
den Daumen, den Handflächen, manchmal auch mit den Ellbogen wird Druck
ausgeübt. Massiert werden die von der Akupunktur bekannten Punkte auf den
Meridianen.
Die Bezeichnung Akupressur bezieht sich auf die chinesische Technik
der Druckmassage. Shiatsu ist die japanische Variante der Akupressur.
In Europa wurden diese Druckmassagetechniken erweitert: Hier massiert man neben
den klassischen Akupunkten auch bestimmte Schmerzpunkte. Akupressur und Shiatsu
basieren auf der gleichen philosophischen Grundlage wie die Akupunktur. Danach
bedeutet Gesundheit ungehindertes Fließen der Lebensenergie Qi (Traditionelle
chinesische Medizin). Dies ist nur möglich, wenn sich die beiden Energiekonzepte
Yin und Yang in Harmonie befinden. Wird diese Harmonie z.B. durch Klimaeinflüsse,
unkontrollierte Emotionen, einen ungesunden Lebensstil, mangelhafte Ernährung
oder zu wenig Bewegung gestört, kann eine Krankheit entstehen. Um wieder
gesund zu werden, muss man die Störung im Energiegleichgewicht beheben.
Dabei reizt oder beruhigt der Therapeut die Akupunkturpunkte, die entlang der
Meridiane auf dem ganzen Körper verteilt sind. Dies ist durch Nadelstiche
oder wie bei Akupressur und Shiatsu durch Druckmassage möglich.
So kann man dort, wo ein Ungleichgewicht besteht, gezielt Energie zu- oder ableiten.
[Akupressur ist die Anwendung der Akupunktur ohne Nadeln. Statt dessen werden
Akupunkturpunkte durch Druck oder Massage in Meridianrichtung beeinflusst. Die
Akupressur dient hauptsächlich der Selbstbehandlung, ist aber auch bei
Hausbesuchen nützlich, wenn keine Akupunkturnadeln vorhanden sind. Bei
der Akupressur steht die symptomatische Behandlung im Vordergrund.]
Diagnose und Wirkung
Bevor eine Behandlung beginnt, muss eine exakte Diagnose feststehen. In China
und Japan entsprechen die Diagnosemethoden denen der traditionellen chinesischen
Medizin, in Europa werden sie oft durch die Überprüfung von einzelnen
Akupunkturpunkten mittels elektrischer Geräte ersetzt. Nach der Diagnose
massiert der Therapeut mit kreisenden Bewegungen rund um die zu behandelnden
Punkte. Mit leichtem Fingerdruck löst die Kombination bestimmter Punkte
muskuläreVerspannungen und chronische Blockaden, wodurch die Vitalkräfte
des Körpers angeregt werden. Das ist die beste Prävention für
moderne vegetativ-funktionelle Störungen wie Stress, Nervosität, Infektanfälligkeit,
Verdauungsstörungen, nachlassende Konzentration und vieles mehr. Kräftiger
Druck, bei dem der Shiatsu- oder Akupressur-Therapeut manch-mal sein ganzes
Körpergewicht einsetzt, soll eine beruhigende Wirkung haben. Sanfte Massagen
regen den Organismus an. Eine Behandlung mit Shiatsu oder Akupressur dauert
ungefähr eine halbe Stunde und wird mehrere Male wiederholt. Obwohl Akupressur
und Shiatsu ähnlich wirken wie die Akupunktur, werden diese Druckmassagetechniken
vor allem zur Gesundheitserhaltung eingesetzt. Grundsätzlich kann man Akupressur
und Shiatsu auch bei funktionellen Störungen erfolgreich anwenden. Dabei
handelt es sich um Krankheiten und Beschwerden, die ohne fassbare Veränderung
im Organismus auftreten. Dazu gehören Gelenk-, Muskel- und Kreislaufbeschwerden,
Verdauungsstörungen, Stoffwechselerkrankungen sowie Erkrankungen der Atemwege.
Im Gegensatz zur Akupunktur kann die Technik der Druckmassage auch als Selbstbehandlung
angewandt werden. Akupressur und verwandte Techniken werden oft auch rein beschwerdeorientiert
durchgeführt, ohne Berücksichtigung der traditionellen chinesischen
Medizin. Akupressur und Shiatsu sind vor allem bei der Linderung funktioneller
Störungen erfolgreich. Sie sollten nicht an erkrankten oder entzündeten
Stellen ausgeführt werden. Außerdem darf man die Technik der Druckmassage
nicht bei Patienten mit schweren Herz-Kreislauf- Problemen einsetzen, weil sich
bestehende Leiden nach einer Behandlung kurzfristig verstärken könnten.
Ebenso dürfen während der Schwangerschaft keine Punkte massiert werden,
die mit dem Unterleib im Zusammenhang stehen. Deshalb sollten diese Techniken
nicht ohne ärztliche Abklärung durchgeführt werden.
Was zahlen die Kassen?
Klassische Massagen kann der behandelnde Arzt verschreiben, wenn bestimmte
Indikationen angezeigt sind. Die Krankenkassen übernehmen dann die Kosten
der Behandlung. Akupressur fällt wie Akupunktur momentan
noch in den Bereich neue Behandlungsmethoden oder alternative
Medizin. Es wird individuell im Einzelfall entschieden, ob Kosten ganz
oder teilweise von den Kassen getragen werden. Eine Voraussetzung ist, dass
die Schulmedizin vollständig ausgeschöpft wurde und der Arzt dies
belegen kann. Daneben muss ein ärztliches Gutachten erstellt werden, mit
dem der sog. Medizinische Dienst entscheidet, ob die Krankenkasse die Kosten
der Behandlung trägt.
Eine Massage ist viel mehr als Entspannung. Sie kann vom Profi richtig
angewendet nicht nur zur Linderung von Beschwerden beitragen, sondern
auch helfen, die Gesundheit zu erhalten. Probieren Sie es aus. Eine erste Anleitung
zur Akupressur finden Sie unter www.gesundheitscout24.de
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