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Wissenschaft
Erste Ausgabe 2000  Diabetes in Deutschland
Diese wissenschaftliche Arbeit von Prof.Dr. Hans Uwe Janka ist für alle
diejenigen interessant, die sich für Hintergründe, Krankheitsbilder,
Häufigkeit und Statistiken des Diabetes interessieren.
Diabetes
mellitus ist eine Stoffwechselkrankheit, die durch erhöhte Blutzuckerwerte
charakterisiert wird. Die Hauptvertreter sind der Typ 1- und der Typ 2-Diabetes.
Gemeinsam ist beiden Formen, dass sich Folgeschäden wie Augen-, Nieren-,
Nervenerkrankungen und Durchblutungsstörungen einstellen können, die
dann auch immer die Ursache für die hohe Erkrankungs- und Sterberate der
Betroffenen sind. In Deutschland - wie in allen anderen Ländern auch -
hat die Häufigkeit der Zuckerkrankheit und ihrer Komplikationen in den
letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen.
Das Krankheitsbild des Typ-2 Diabetes
Der Typ-2 Diabetes kommt am häufigsten vor. Diese Form der Zuckerkrankheit
wurde früher als "Altersdiabetes" bezeichnet. Er tritt aber auch
nicht selten bereits vor dem 40. Lebensjahr auf. Es gibt ihn etwa 20-mal so
oft wie den Typ 1-Diabetes. Ursache für dieses Syndrom ist die Insulinresistenz
mit erhöhten Blutzuckerwerten, Fettstoffwechselstörungen, hohem Insulinspiegel,
Übergewicht und Bluthochdruck. Eine Kombination, die von Norman Kaplan
als das meist genetisch bedingte "tödliche Quartett" bezeichnet
wurde.
Der Schwangerschafts-Diabetes
Als besondere Form wird der Schwangerschafts-Diabetes angesehen. Betroffene
Frauen haben ein bedeutend höheres Risiko, später einen Typ-2-Diabetes
zu entwickeln. Bei etwa 10% dieser Patientinnen manifestiert sich in der Schwangerschaft
ein Typ 1-Diabetes. Die Babys dieser Mütter sind oft schwerer und größer,
dabei aber körperlich unreifer als andere Neugeborene. Da die gesunde Entwicklung
des Kindes bei Vorliegen eines Schwangerschafts-Diabetes gestört sein kann,
müssen alle Betroffenen zwischen der 24. und 28. Woche auf eine Glucose-Intoleranz
getestet und vorsorglich auf normalen Blutzucker eingestellt werden.5% der Diabetesfälle
entfallen auf den sog. Typ-1 Diabetes. 2-5% auf weitere Diabetesformen, wie
zum Beispiel Bauchspeicheldrüsen-Erkrankungen, Schwangerschaftdiabetes
oder Lebererkrankungen etc.
Die Zunahme des Diabetes
Eine plausible Erklärung für die Zunahme des Diabetes ist zum einen
die Veränderung der Alterspyramide in unserer Gesellschaft, und zum anderen
die bekannte Abnahme der Zuckertoleranz im höheren Lebensalter. Bis zum
50. Lebensjahr sind es mehr Männer, die Diabetes bekommen, ab dem 60sten
trifft es mehr Frauen.
In der Altersklasse 30 bis 39 Jahre betrug die Diabetes-Häufigkeit nur
1,0%. Sie nahm nach dem 50. Lebensjahr aber deutlich zu und erreichte in der
Altersklasse 70 bis 79 Jahre einen Wert von mehr als 20%.
Fünf Millionen Diabetiker
Aufgrund dieser und früherer Zahlen und Erhebungen kann in Deutschland
mit einer Diabeteshäufigkeit von über 5% - das sind mehr als vier
Millionen Erwachsene im Alter von 25 bis 75 Jahren - ausgegangen werden. Dabei
nehmen die Zahlen in den höheren Altersklassen noch dramatisch zu. Nach
dem 40. Lebensjahr verdoppeln sich die Erkrankungen in jeder Altersdekade.
Schlussfolgerungen
Die gesundheitspolitische Bedeutung des Diabetes ist enorm, weil die Häufigkeit
dieser chronischen Krankheit insgesamt sehr hoch ist und mit zunehmenden Alter
noch steil ansteigt. Die neuen WHO-Empfehlungen für die Diabetes-Frühdiagnose
führen in Deutschland zu einem geschätzten Anstieg der Häufigkeit
auf 7,5%. In diesen Empfehlungen sind erstmalig auch besonders Diabetiker mit
Herz-Kreislauf-Krankheiten in der Gruppe der Gefährdeten erfaßt.
Erste Ausgabe 2000 
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