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Diabetes+Sport | Portrait

DRITTE AUSGABE 2001

Sir Steve Redgrave:

Sir Steve RedgraveLifeScan-Botschafter für ein aktives Leben mit Diabetes:

Sir Steve Redgrave,

mehrfacher Olympiasieger und Weltmeister im Rudern bei LifeScan auf der Jahrestagung der DDG

Anlässlich des diesjährigen Kongresses der Deutschen Diabetes Gesellschaft in Aachen veranstaltete LifeScan eine Pressekonferenz, auf der sowohl die ersten Ergebnisse der klinischen Studien zum One Touch® Ultra® in Deutschland vorgestellt wurden als auch die Erfahrungen des mehrfachen Olympiasiegers Steve Redgrave, der seit vier Jahren Diabetes hat und seit dieser Zeit seinen Blutzucker mit LifeScan-Messsystemen kontrolliert. Auch am Stand von LifeScan auf der Industrieausstellung beantwortete der erfolgreiche Sportler alle Publikumsfragen. Die Quintessenz seiner sehr lebhaften und sympathischen Schilderung: er habe gelernt, dass er nicht für den Diabetes lebt, sondern „der Diabetes mit ihm leben müsse“. Wie dies selbst für einen der erfolgreichsten Sportler aller Zeiten möglich ist, lesen Sie hier in einem Ausschnitt seines Vortrags.

„Als Athleten im Ausdauersport müssen wir uns bezüglich unseres Trainingsprogramms vielen Herausforderungen stellen. Auch die Tatsache, dass nicht hinreichend bekannt ist, was es für einen Ausdauersportler bedeutet, Diabetiker zu sein, stellt eine Aufgabe für uns dar.

Ich habe mir gemeinsam mit LifeScan das Ziel gesetzt, die Notwendigkeit der Blutzuckermessung als integraler Bestandteil einer erfolgreichen Diabetestherapie stärker publik zu machen. Seit der Diagnose meines Diabetes 1997 erleichterte die regelmäßige Kontrolle meiner Blutzuckerwerte meinen Alltag entscheidend: So vereinfacht das in Deutschland neu auf den Markt gebrachte Messgerät One Touch Ultra die Blutzuckermessung enorm und macht sie weniger schmerzhaft. Ich wäre froh gewesen, wenn dieses handliche kleine Gerät schon während der Olympiade zur Verfügung gestanden hätte.

Als Ruderer ist die Blutzuckermessung an der Fingerspitze nicht nur unangenehm, sondern auch wie bereits erwähnt, beim Training nicht immer praktisch. Mit One Touch Ultra können Sie die erforderliche Blutprobe auch am Unterarm entnehmen. Das System benötigt eine sehr geringe Blutmenge und liefert schnellere Ergebnisse als die Geräte, die ich in der Vergangenheit benutzt habe. Dies ist ein wichtiges Argument, wenn man bei Patienten die Blutzuckermessung schult.

Als bei mir diese Stoffwechselkrankheit diagnostiziert wurde, fand ich es sehr schwierig, damit zurecht zu kommen. Man verdrängt das Ganze und denkt, du kannst dich zu einem späteren Zeitpunkt damit beschäftigen, es ist jetzt nicht so wichtig. Ich dachte, ich bin gesund, ich fühle mich gut, ich bin ein Olympia-Athlet, warum sollte ich Insulin brauchen? Als bei mir gut zwei Jahre vor den olympischen Spielen in Sydney der Diabetes festgestellt wurde, musste ich sehr schnell wieder das Ruder herumreißen und gemeinsam mit meinem Arzt den Diabetes in den Griff bekommen. Ich brauchte allerdings länger als zwölf Monate, um zu akzeptieren, dass mit mir etwas nicht stimmt.

Ich glaube, es ist für den behandelnden Arzt sehr wichtig, mit dem Patienten eng zusammen zu arbeiten und ihm die Informationen zu geben, die er für die Kontrolle seines Diabetes dringend benötigt. Er muss dem Patienten allerdings Zeit lassen, bis er für den nächsten Schritt bereit ist. Zu viele Informationen überwältigen den Patienten, und ich glaube, dass dies eher zu größerer Ablehnung und Unsicherheit führt. Um jemanden dazu zu bringen, seine Krankheit wirklich zu akzeptieren, ist es wichtig, ihn nicht zu sehr zu beschützen, ihn aber auch nicht mit Therapieanweisungen zu überfordern.

Seitdem ich Diabetes habe, ist es sicherlich schwieriger für mich geworden, als internationaler Athlet aufzutreten. Ich war stets stolz auf meine Beständigkeit, aber durch den Diabetes konnte ich nie mehr hundertprozentig voraussagen, wann meine Energiereserven angegriffen werden. Ich habe mindestens vier Mal am Tag trainiert, und wenn ich nicht genug Insulin injizierte, konnte ich meinen Glykogenspiegel in den Muskeln nicht wieder auffüllen. Das hat mich sehr belastet, da zu dieser Zeit mein Training am intensivsten und die Anzahl der Trainingseinheiten sehr hoch war. An der Rudermaschine brauchte ich für einen 2000-Meter Test sechs Minuten. Ich konnte loslegen, mich gut fühlen und mit einer guten Zeit rechnen. Aber dann, nach der halben Zeit, waren die Auswirkungen unglaublich, nicht etwa, dass meine Energie langsam dahinschwand. Es war eher so, als hätte jemand in meinem Körper einen Schalter auf ‚aus‘ umgelegt. Mein Befinden änderte sich schlagartig, von wirklichem Wohlbefinden in einen Zustand, in dem ich unfähig war, mich auf dem Rudersitz hin und her zu bewegen, unfähig, überhaupt etwas zu tun, und ich konnte nie vorhersagen, wann dies geschehen würde. Es war für meinen Arzt und mich eine Herausforderung, einen Weg zu finden, meine Reserven wieder optimal aufzufüllen beziehungsweise meine Kräfte besser einschätzen zu lernen.

Heute trainiere ich nicht mehr für die Olympischen Spiele. Ich trainiere nur noch zwei bis drei Mal pro Woche. Eines wurde mir während meines intensiven Trainings bewusst, nämlich wie enorm wichtig es ist, regelmäßig den Blutzucker zu testen. Ohne regelmäßige Messungen hätte ich mein Training und den Umgang mit meinem Diabetes nicht geschafft und vor allem auch den anschließenden Erfolg nicht erzielen können. Nehmen Sie mich als Beispiel: Wenn man Diabetes als eine Lebenssituation begreift, seinen Blutzucker regelmäßig misst und das individuell geeignete Gesundheits- bzw. Therapieprogramm herausfindet, gibt es keinen Grund, warum man seine eigenen – teilweise auch sehr hoch gesteckten – Lebensziele nicht erreichen sollte.

Eine Situation, mit der ich nie im Leben gerechnet hatte, war die, vor der Queen zu stehen und die Ritterwürde verliehen zu bekommen. Es war Anfang diesen Monats für mich und meine Familie ein besonderes Gefühl, dass mir, natürlich zusammen mit meinen anderen Teamkollegen, diese außerordentliche Ehre zuteil wurde. Dies war bereits das dritte Mal, dass ich eine Ehrung im Buckingham Palast erhielt – das erste Mal wurde ich MBE (Member of the British Empire), das zweite Mal CBE (Commander of the Britisch Empire) und nun erhielt ich die höchste Ehrung, die Ritterwürde. Von allen meinen Ehrungen bin ich auf diese besonders stolz. Ich freue mich darauf, in den nächsten Jahren europaweit über meine Erfahrungen als erfolgreicher Olympia-Athlet mit Diabetes zu berichten, unter anderem auch, um die Vorteile von One Touch Ultra als Beitrag zur einfacheren und schmerzärmeren Blutzuckermessung zu präsentieren.“

Sir Steve RedgraveSir Steve Redgrave
Europäischer LifeScan-Botschafter für ein aktives Leben mit Diabetes

Geboren 1962

Sportart Rudern

Erfolge

  • Dreifache Goldmedaille bei den Commonwealth Spielen im Rudern (Zweier und Vierer ohne Steuermann)
  • Neun Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften im Rudern (Zweier und Vierer ohne Steuermann: 1986, 87, 91, 93, 94, 95, 97, 98, 99)
  • Goldmedaillengewinner bei fünf aufeinander folgenden Olympischen Spielen von 1984 bis 2000 (Zweier und Vierer ohne Steuermann)

Andere Sportarten

  • 1989 Mitglied im britsichen Bob-Olympiateam

Auszeichnungen

  • 2000 als Herausragender Olympiasportler vom IOC-Präsidenten ausgezeichnet
  • 1987 Member of the British Empire Medal
  • 1997 Commander of the British Empire
  • 2001 Erhebung in den Adelsstand

1997 Diagnose Diabetes mellitus Testet mit Blutzuckermesssystemen von LifeScan

Platinman in Zukunft nur noch inoffiziell

 Am 16. Juni 2001 war es wieder soweit:
Um 17.00 Uhr hieß es „Start frei“ für einen der bemerkenswertesten Bergläufe in Deutschland. Hunderte von höllisch steilen Bergauf-Metern auf drei Berge verteilt waren zu bewältigen, aber schließlich hat der anspruchsvolle Streckenverlauf diesem Sportereignis – einer Mischung aus Wald-, Berg- und Crosslauf – seinen „kultigen“ Ruf eingebracht. Jeder Ausdauerspezialist, der etwas auf sich hält, will sich durch die Teilnahme am Platinman selbst „adeln“. Ein wenig enttäuscht waren Einige höchstens, weil dieses Jahr nicht wie meistens in den Vorjahren extreme Witterungsbed- ingungen diesem sehr naturnahen Lauf einen zusätzlichen Kick verpassten. Sieger des 8. Platinman wurde mit einer Zeit von 1.08,54 Stunden Rudolf Paulus aus Bonn, die beste Läuferin war die mehrfache Weltrekordhalterin im 100-km-Lauf, Birgit Lennartz in 1.20,40 Stunden.

Nicht zuletzt durch das enorme Engagement zahlreicher Sponsoren, darunter auch LifeScan, konnte sich der Platinman innerhalb kürzester Zeit in der Laufszene etablieren: So war der 8. Lauf ein gigantischer Erfolg! Mit 488 Teilnehmer lag natürlich auch in diesem Jahr wieder einmal ein neuer Teilnehmerrekord vor, sogar Anmeldungen aus England und Moldawien lagen vor. Die Presseresonanz war enorm: der Kölner Stadtanzeiger sowie der Express waren vor Ort, zum ersten Mal erstattete dieses Jahr auch der Rundfunk live Bericht, WDR und ZDF wollten nächstes Jahr über dieses zunehmend an Internationalität und sportlichem Stellenwert gewinnenden Lauf berichten.

Doch dazu wird es vorerst nicht mehr kommen: Als Bernd Rieck (Gebietsrepräsent- ant LifeScan, Raum Bonn - Koblenz) vor dem Start des Laufes das definitive Aus verkündete, musste er schlucken, der darauffolgende Applaus der Sportler wollte gar nicht enden. Zirka 40 Sekunden wurde den beiden Hauptorganisa- toren Bernd Rieck und Ralf Radke Beifall gezollt, die den von Jahr zu Jahr steigenden zeitlichen Aufwand für die Organisation der Veranstaltung zukünftig nicht mehr bewältigen können. Nun suchen die beiden Nachfolger, die den Lauf in ihrem Sinne, nämlich als Naturerlebnis, weiter organisieren .

Was bleibt? Bereits jetzt ist der Platinman so etwas wie eine Legende. Und die ersten Läufergruppen sind sich bereits einig: „Wenn’s nächstes Jahr keinen offiziellen Wettkampf mehr gibt, dann treffen wir uns eben einfach so und laufen die Runde für uns, der Platinman stirbt nie.“

DRITTE AUSGABE 2001

Dritte Ausgabe 2001

INHALT | DIABETES + SOZIALES
Grünes Licht für Diabetiker

DIABETES + SOZIALES | TITELTHEMA
Diabetes und Beruf:

DIABETES + SOZIALES | TITELTHEMA
Mit Diabetes außen vor?

TITELTHEMA | DIABETES + SOZIALES
Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

NEWS | VERANSTALTUNGEN
Kongressnotizen

ESSEN + TRINKEN | KNOW-HOW
Mysterium Broteinheiten

DIABETES + SPORT | PORTRAIT
Sir Steve Redgrave

NEWS | PRODUKTE
InDuo:

THERAPIE | PORTRAIT
Schulung und Behandlung für türkische Menschen mit Diabetes

THERAPIE | PORTRAIT
Die Geschichte des Insulins