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News | Veranstaltungen
DRITTE AUSGABE 2001  Kongressnotizen
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LifeScan und Novo Nordisk veranstalteten ein Satellitensymposium zum Thema Diabetes und Schwangerschaft
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Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft in Aachen, 23. bis 26. Mai 2001
Wie in jedem Jahr war die Themenvielfalt auch dieser Jahrestagung der DDG sehr groß. Von sozialpolitischen Themen über diagnostischen und therapeutischen Nut-zen der Diabetesbehandlung bis hin zu genetischen Aspekten des Diabetes mellitus bot dieser Kongress ein umfangreiches Vortragsprogramm. Eine sogenannte „Posterausstellung“, die neueste Erkenntnisse aus Studienprojekten kurz und anschaulich auf großen Pinnwänden darstellte, vervollständigte das Angebot zur Aktualisierung des Wissensstandes und des wissenschaftlichen Austauschs. Schwerpunkte der Tagung waren unter anderem analoge Insuline sowie neue Antidiabetika zur Behandlung des Typ 2-Diabetes.
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Autogrammstunde: Sir Steve Redgrave am Stand von LifeScan
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Besondere Attraktionen der Industrieausstellung Doch nicht nur die wissenschaftliche Seite war vertreten: auf der Industrieausstellung präsentierten sich rund 60 Unternehmen mit Dienstleistungen und Produkten für die Diabetestherapie, um den Ärzten, Diabetesberaterinnen, sowie allen, die an der Versorgung von Menschen mit Diabetes beteiligt sind, die neuesten Produkte vorzustellen und Fragen zur Anwendung zu beantworten. LifeScan hatte dieses Jahr eine besondere Attraktion zu bieten: eine Autogrammstunde mit Sir Steve Redgrave, dem 5-fachen Olympiasieger in Folge im Zweier- und Viererrudern, der selbst einen Diabetes entwickelt hat und trotzdem auf den letzten olympischen Spielen in Australien erneut Gold geholt hat. Die dieses Jahr vorgestellten Leitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft befassen sich mit dem Thema „Definition, Klassifikation und Diagnostik des Diabetes mellitus“.
Neue Leitlinien der Diabetes-Therapie Die Leitlinien sollen allen Behandelnden als einheitliche „Richtlinie“ der Diabetes-The-rapie bzw. der Behandlung von Begleiterkrankungen dienen. Ziel ist es, die Versorgungsqualität von Menschen mit Diabetes zu verbessern und zu vereinheitlichen. Die Inhalte der Einzelkapitel beruhen auf sorgfältig durchgeführten, sogenannten „evidenzbasierten“ Literaturrecherchen. Das heißt, die Leitlinien beruhen auf Erkenntnissen aus repräsentativen Studien, deren zuverlässige Ergebnisse somit verallgemeinert werden können. Besondere Aufmerksamkeit kommt im Rahmen dieser Leitlinien der frühzeitigen Erkennung des sich langsam entwickelnden Typ 2-Diabetes zu. Demnach ist eine vorsorgliche Blutzuckerbestimmung bei allen Personen, die älter als 45 Jahre sind, angebracht. Bei Normalwerten sollte eine Kontrolluntersuchung alle drei Jahre erfolgen. In kürzeren Intervallen sollten Nüchtern-Blutzuckerbestimmungen bei Personen durchgeführt werden, wenn eines oder mehrere folgender Merkmale auf sie zutrifft: bei erhöhtem Nüchternblutzucker oder bereits aufgetretener gestörter Glukosetoleranz, bei Übergewicht, bei Bluthochdruck, bei Fettstoffwechselstörungen, bei Verwandten ersten Grades von Diabetikern und bei Frauen, die bereits einen Schwangerschaftsdiabetes entwickelt haben. Da die Diabetesrate in Deutschland mit sehr großen Unsicherheiten behaftet ist, wurde eine erneute Erhebung durchgeführt. Erste Hochrechnungen ergeben eine aktuelle Diabetesrate von ungefähr sieben Prozent. Sie liegt somit weitaus höher, als die bisher angenommenen fünf Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung. Die Endergebnisse werden für den Herbst dieses Jahres erwartet.
Tagungsschwerpunkt: Analoge Insuline* Ein weiteres Schwerpunktthema der diesjährigen Tagung waren die analogen (gentechnologisch veränderten) Insuline wie „Humalog“ und „Novorapid“ als sofort wirkende Insuline, oder „Lantus“, das einen gleichmäßigen Wirkverlauf über 24 Stunden aufweist*. Diese haben sich inzwischen bewährt, wie zahlreiche Untersuchungen zeigen konnten. Auch die neue Gruppe der „Insulin-Sensitizer“ („Insulinempfindlich-Macher“), die eine verbesserte Insulinwirksamkeit beim Typ 2-Diabetes bewirken, sind auf dem Wege einer größeren Verbreitung. Indem sie das Grundproblem des Typ 2-Diabetes, nämlich die verminderte Wirksamkeit des Insulins, an der Wurzel angehen, eröffnen sie in der Behandlung neue Wege und Möglichkeiten.
Neue Methoden der Blutzuckermessung Ein Vormittag war neuen Methoden im Bereich „Blutzuckermessung“ gewidmet. Sehr ausführlich und kontrovers wurde die Blutzuckerbestimmung am Arm oder anderen alternativen Körperstellen im Vergleich zur Fingerbeere diskutiert. Es scheinen noch nicht alle Effekte bekannt zu sein, die die teilweise unterschiedlichen Ergebnisse der an anderen Körperstellen vorgenommenen Tests im Vergleich zur Messung am Finger erklären können. Weitere neue Möglichkeiten der Glukosemessung wie die „GlucoWatch“ von Cygnus, einem US-amerikanischen Unternehmen, wurden vorgestellt: Die Zulassung für diese „Armbanduhr“ zur Glukose-Messung wurde in den USA be-reits erteilt. Hierbei wird Gewebsflüssigkeit durch Anlegen von elektrischer Spannung am Unterarm an die Oberfläche der Haut transportiert und darin der Zuckergehalt elektrochemisch gemessen. Alle 20 Minuten wird ein Wert angezeigt, wodurch eine Trendanalyse möglich wird. Ein etwas anderes Verfahren ist bei uns bereits für den Einsatz in Kliniken oder Praxen zugelassen worden: der kontinuierliche Glukosesensor von Minimed. Hier wird eine Art Katheter ins Unterhautfettgewebe gelegt und die Glukose „vor Ort“, in der Gewebsflüssigkeit gemessen. Mittels mathematischer Berechnungen wird ein Bezug zum Blutzuckerwert hergestellt. Der Sensor speichert 288 Werte am Tag, die dem Betroffenen aber nicht direkt angezeigt werden. Nach drei Tagen wird der Sensor mit Hilfe einer Software vom Arzt ausgewertet und der Blutzuckerverlauf mit dem Patienten rückblickend besprochen.
Eine weitere Entwicklung, die bereits seit einigen Jahren mit brennendem Interesse verfolgt wird, ist das inhalierbare Insulin: Verschiedene in der Entwicklung befindlichen Systeme unterschiedlicher Hersteller befinden sich in der Endphase.
Kommt das inhalierbare Insulin? Die vollständige Aufnahme des inhalierten Insulins in der Lunge bereitet immer noch Schwierigkeiten. Nur 20 Prozent des eingeatmeten Insulins gelangen in die Lunge und müssen dann erst resorbiert werden. Man hofft, in etwa zwei Jahren mit den ersten Systemen auf den Markt zu kommen.
DRITTE AUSGABE 2001 
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